Christoph Geiser

 

Roman, Zürich und Frauenfeld: Verlag Nagel & Kimche, 1987

 

 

Das geheime Fieber ist kein leicht zu lesender Roman, aber ein ungemein packender, wenn man sich diesem Wechselbad von Zurückhalten und Loslassen nicht widersetzt. Geiser kämpft, hat Angst vor dem, was ihn fasziniert, ist fasziniert von seiner Angst. (...)

Man hat sich verführen lassen, hinüberführen, überführen. Die gegenseitige Durchdringung der verschiedenen Realitätsebenen macht die Schönheit diese Romans aus: ein Christoph-Geiser-Buch, ein Caravaggio-Buch, ein Rom-Buch – das Buch seines Lesers. Geisers Sprache lässt es zu. Denn sie zerrt die Dinge aus dem "Nachtraum" ins Rampenlicht der Gleichzeitigkeit. Sie ist mal exhibitionistisch, mal voyeuristisch, dann wieder still und spricht fast nur noch in Auslasssungen. Geisers Sprache ist wie das Licht auf Caravaggios Bildern. Genial ist, was er so in ihnen sieht, kongenial jedoch, wie es dann wieder Sprache wird.

 

Samuel Moser, Süddeutsche Zeitung, 12. November 1987

 

 

 

 

 

< vorheriges Buch   nächstes Buch >