Über Wasser. Passagen
Zürich: Ammann Verlag, 2003
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Auch wenn Christoph Geiser auf Reisen war, so ist doch der Bericht seines Erzählers auf gekonnte Weise eine Fortführung der Auseinandersetzung mit seinem Grundstoff – leitmotivisch umkreist der Erzähler die Spannung zwischen "Wahrheit" und Fiktion. Mag für ihn Ersteres auch per se inexistent sein, so gründet sein Existenzwille, seine Existenzberechtigung als Künstler auf der Fiktion, die es bis zur Verzweiflung mit allem Übermut zu verteidigen gilt.
Doch gerade dieser Übermut ist Christoph Geisers Schreiben noch nie so gut bekommen wie in Über Wasser. Als Passant kann sich der Erzähler seinen Gedanken-, Assoziations- und Spracheskapaden überlassen. Mit geradezu enthusiastischer Voreingenommenheit begegnet er dem Fremden und anderen im Unterwegs. Umso mehr erregt sich die Rede an der Selbstironie, am Witz und am Sprachspiel. Im Heterogenen und Sprunghaften zeigt sich: Christoph Geiser hat seine ganz eigenständige Schreibweise, seine sprachliche Musikalität, seine Rhythmisierung und artistische Sprunghaftigkeit weiterentwickelt und deren Nebenwirkung, das zum Teil Zwanghafte, überspannt Artifizielle, weitgehend zurückgelassen.
Sibylle Birrer, Neue Zürcher Zeitung, 28. Januar 2004
Rezension von Sibylle Birrer in der Neuen Zürcher Zeitung, 28. Januar 2004
Rezension von Detlef Grumbach für Deutschlandradio Kultur, 1. Oktober 2003

