Wunschangst
Erzählungen, mit vier Zeichnungen von Hannes Steinert, Hamburg: Männerschwarmskript Verlag, 1993
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Das Buch kreist um erwünschte Angst, die Angst des Schwachen als Wunschkost des Starken: "Schon immer, musst du wissen, hatte ich Angst - Angst vor den Männern, den wortkargen Vätern, den Lehrern, ihrer Macht, ihrem Wissen ... ich... ein ängstliches Kind, aufgezogen von arglosen, sanften Frauen." So beginnt die Titelerzählung, zweifellos das Meisterstück dieser Sammlung, die sich aufschwingt zu einer Arie der Verzückung aus Angst vor demütigender Überwältigung durch eine nicht näher gekennzeichnete Männerfigur. (...)
EIn "Glasperlenspiel mit schwarzen Seelen" nannte Thomas Mann seinen Doktor Faustus, als er ihn dem befreundeten Hermann Hesse widmete. Ein grausam geschwärztes Pendant zu Thomas Mann und seiner Helden ironichem Lechzen nach den "Wonnen der Gewöhnlichkeit" ist auch Christoph Geisers Wunschangst. In ihren besten Momenten steht diese Prosa derjenigen des Erfinders kompliziert liebender Bürger nicht nach. Nur von der erlösten Heiterkeit des Mannschen Alterswerks findet sich keine Spur.
Tilman Krause, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. März 1994

