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Aktuell

 

Lesungen am 5. Berner Literaturfest

Sa/So, 23./24. Aug. 2014

 

 

Lesung im Buchladen Prinz Eisenherz

Fr, 5. Sept. 2014

 

 

Lesung im Literarischen Herbst Gstaad

Sa, 13. Sept. 2014, 15.00 Uhr: Kleines Landhaus Saanen

Programm

 

 

Lesung im Café Ori, Berlin

Fr, 16. Okt. 2014

 

 

Lesung im ONO, Bern

Mi, 17. Dez.. 2014

 

 

Christoph Geiser gewinnt den Literaturpreis des Kantons Bern 2014. Lesungen im Rahmen der LiteraTour:

Mi, 5. Nov. 2014, 20 Uhr       Biel, Etage Club

Fr, 7. Nov. 2014, 20 Uhr        Saanen, Museum der Landschaft

So, 9. Nov. 2014, 11 Uhr        Langnau i. E., Keller-Theater

 

 

Viceversa 8, Jahrbuch der Schweizer Literaturen, "Berlin - mein Ding" ist erschienen

25 Jahre nach dem Mauerfall widmet Viceversa einen Schwerpunkt der Stadt Berlin und den Schweizerinnen und Schweizern, die vorübergehend oder für immer in Spree-Athen leb(t)en.

Details

 

 

Schöne Bescherung. Kein Familienroman

"Du musst dein Leben ändern!", sagt nicht nur der Philosoph, sondern auch der Hausarzt – wie plötzlich mit ausgestrecktem Zeigefinger aus der Tapetentür getreten. Nicht mehr rauchen, nicht mehr trinken – nicht mehr essen? Nichts mehr schreiben?

Zum Offizin Verlag

 

 

Bibliographie

Bessere Zeiten

Lyrik & Prosa

Zürrich: Regenbogen-Reihe, 1968

 

 

In einem Reisebüro Fahrkarten kaufen

Einen Mann treffen

Der morgen stirbt

Neben den Paaren sitzen

die sich lieben

Und schweigend freundliche Gesicher

Lachen sehn

Schnell den Zug besteigen

Und die Türen schliessen

 

Bessere Zeiten, S. 12

Mitteilung an Mitgefangene

Lyrik

Basel: Lenos Verlag, 1971

 

 

Einer der Dienstverweigerer, die "friedlich in ihren Zellen meditieren", ist Christoph Geiser, 1949 geboren, zu dreimonatiger Haft verurteilt. Während der Haft hat er Gedichte aus den Jahren 1967 bis 1970 zu einem Band vereinigt, dem er den Titel Mitteilung an Mitgefangene. Für die Insassen der Strafanstalt Oberschöngrün Solothurn gegeben hat. Die letzten Gedichte – "In der Zelle" – sind während der Haft entstanden, aber das ist – anders als man vermuten möchte – keine Politlyrik; es sind traurige Lieder eines erstaunlich sanften Naturells, in dessen Gedichten  von Träumen, von Regen, Tod und Nacht die Rede ist und dem so eindrücklliche Texte wie dieser gelingen:

 

kein morgen

kein wind

keine krähen

in den ästen

wartet laub

den mond

vergass ich

zwischen den gittern wächst

frost

die steine waren noch warm

als ich starb

 

Zuger Tagblatt, 2. Juni 1971

Hier steht alles unter Denkmalschutz

Erzählungen

Basel: Lenos Verlag, 1972

 

 

 

Die Lage ist unübersichtlich geworden. Geiser versagt sich davor die Erleichterung poetischer Kürze. Seine Gedichte wachsen sich hier, von Satz zu Satz nachprüfbar, zu Prosa aus. Sie erweitern ihren früheren Gegenstandsbereich – Hunde, Busse,  Fensterkreuze, Flussläufe – weniger, als dass sie ihn vergrössern, durch ein Verfahren, das an Zeitlupe erinnert und die Unerbittlichkeit des Dabei- und Daranbleibens belegt.

 

Adolf Muschg

 

 

Warnung für Tiefflieger

Lyrik & Prosa

Basel: Lenos Verlag, 1974

 

 

gesellschaftspiel

 

zum umfallen komisch

seid ihr alle

vom besten wein

statt zyankali

gebt ihr euch

die hand

offen

zeigt die zähne

lächeln bitte

wenn er abdrückt

seid ihr alle

im bild

lacht jeder

krokodilstränen und

tut weh

 

Warnung für Tiefflieger, S. 63

Zimmer mit Frühstück

Erzählung, mit sechs Illustrationen von Erich Münch

Basel: Lenos Verlag, 1975

Bei Ihrem Buchhändler oder bei Lenos

 

 

 

Geiser erzählt die Geschichte der vollkommen durchorganisierten Reise eines jungen Mannes. Ankunft und Aufenthalt werden als der Versuch einer Befreiung von sich selbst beschrieben. Der junge Reisende versucht, durch die Veränderung der äusseren Einflüsse das Verhältnis zu sich selbst zu ändern. Aber diese organisierte Selbstbefreiung endet unerwartet planlos.Durch die thematische Vielschichtigkeit und die zwanghafte Genauigkeit der Sprache gelingt es dem  Autor, den Leser bis zum überraschenden Ende zu fesseln.

 

Helvetische Typographie, 16. Juni 1976

Grünsee

Roman

Zürich und Köln: Benziger Verlag 1978

Neue Auflage beim Ammann Verlag, 2006

 

 

 

Grünsee beginnt harmlos mit einer Reise nach Zermatt – und verliert die schöne Ausgeglichenheit bald. Der Reisende, ein Schriftsteller, der über die Jahre zurückliegende Typhusepidemie im renommierten Wintersportort recherchieren will, recherchiert schliesslich über die eigene Familie und sich selbst. Was er dabei aus dem halbvergessenen, mehr verdrängten Untergrund hervorholt und rückblickend zusammensetzt, versetzt ihm Schocks, die sich der Mitwelt gar nicht mitteilen. Der Ich-Erzähler ist von Anfang bis Ende allein, obwohl Leute ihn umgeben, die ihn eigentlich kennen sollten. Aber kann man einen ohnehin Einsamen kennenlernen? Will er es überhaupt, ist die Furcht vor den andern, auch den Nächsten, nicht zu gross? Die Furcht zurückgewiesen zu werden?

 

Alain Claude Sulzer, Basler AZ, 20. April 1978

Brachland

Roman

Zürich und Köln: Benziger Verlag, 1980

Neue Auflage beim Ammann Verlag, 2006

 

 

 

In der Mittagshitze im Schwimmbad am Fluss liegend, allein zwischen Tausenden, an seinem 29. Geburtstag, den er längst nicht mehr feiern mag, hält der Erzähler zum erstenmal in seinem Leben einen Brief seines Vaters in der Hand. Der Vater schreibt von seinem Garten, vom Haus, das er sich nach seiner Pensionierung gekauft hat und das eigentlich viel zu gross sei für ihn allein, und er lädt den Sohn ein: “Du kannst bleiben, solange du willst.“ Wochen  später folgt der Sohn der Einladung. Er macht im Elternhaus Station, trifft nur die alte Haushälterin an: die Mutter ist unterwegs, geht ganz in ihrer karitativen Arbeit auf, der Bruder berufstätig und von seinen Hobbies in Anspruch genommen, der Vater lebt in seinem Haus auf dem Land.

Von Vereinzelung und Gefühlsarmut erzählt dieser Roman, von Verlust von Gemeinschaft, von Isolation als Krankheit der Familie. Dazwischen steht der Erzähler. Mit dem Vater verbindet ihn die Sehnsucht, aus der Isolation herauszutreten, aber auch die Ungeübtheit darin, Gefühle zu zeigen. So endet, was ein später Versöhnungsversuch hätte sein können, in Sprachlosigkeit: „ Es gibt nichts, was wir uns jetzt noch sagen sollten, einander am Esstisch gegenüber, jeder besorgt, keinen Fehler zu machen.“

Die Sprache ist sensibel und klar, die Stimmungen und Landschaften sind bei aller Diskretion der Beschreibung genau eingefangen. Seine Bedeutung zeigt dieser Roman jedoch, wenn man hinter den Bildern die Sinnbilder sucht.

Disziplinen

Vorgeschichten, mit fünf Illustrationen von Erich Münch

Basel: Lenos Verlag, 1982

 

 

 

Sie war, erzählt sie selber und erzählen alle, die sie damals gekannt hatten, ein sportliches Kind. Im Dorf, wo sie aufgewachsen ist, gründete sie den einzigen Fussballclub; sie lief, kaum konnte sie gehen, Ski und schwamm, noch nicht achtjährig, bei 10 Grad Wassertemperatur im offenen Fluss; sie spielte Eishockey, Handball, sie tanzte, nicht nur auf dem Eis; Alpenflüge, als es noch Flugpioniere gab, machten ihr Spass; mit sechzehn – ihr Rekord ist inzwischen, dank dem Fortschritt der Ausrüstungstechnik, gebrochen – war sie die jüngste Bergsteigerin auf dem Gipfel des Matterhorns.

Er musste, weil Verdacht auf ein angeborenes Nierenleiden bestand (ein Verdacht, der sich später allerdings nicht bestätigte), als Sohn eines Arztes mit professioneller Vorsicht, vorbeugend behandelt, viel liegen ...

 

Disziplinen, S. 32

Wüstenfahrt

Roman

Zürich und Frauenfeld: Verlag Nagel & Kimche, 1984

Bei amazon

 

 

 

Wüstenfahrt erzählt die Geschichte der Beziehung zwischen einem Mann (der dem Autor in vielem sehr ähnlich ist) und dessen um etliche Jahre älteren, verheirateten Freund. Es ist eine private Geschichte, intimer und gefühlsnäher als die Romane Grünsee und Brachland. Mit grosser Genauigkeit schildert sie das Entstehen von Nähe und Intimität, dann die allmähliche Entfremdung mit ihren Gefühlen der Enttäuschung, Eifersucht und Irritation. Geiser hat sich vom Stoff seiner Kindheit, der Milieuschilderung des heimatlichen Bürgertums, gelöst, um den Schritt zu wagen, ein nach wie vor heikles Thema aus subjektiver  Perspektive schreibend zu bewältigen.

 

Luzerner Neuste Nachrichten, 6. Dezember 1984

Das geheime Fieber

Roman

Zürich und Frauenfeld: Verlag Nagel & Kimche, 1987

Bei amazon

 

 

 

Das geheime Fieber ist kein leicht zu lesender Roman, aber ein ungemein packender, wenn man sich diesem Wechselbad von Zurückhalten und Loslassen nicht widersetzt. Geiser kämpft, hat Angst vor dem, was ihn fasziniert, ist fasziniert von seiner Angst. ...

Man hat sich verführen lassen, hinüberführen, überführen. Die gegenseitige Durchdringung der verschiedenen Realitätsebenen macht die Schönheit dieses Romans aus: ein Christoph-Geiser-Buch, ein Caravaggio-Buch, ein Rom-Buch – das Buch seines Lesers. Geisers Sprache lässt es zu. Denn sie zerrt die Dinge aus dem "Nachtraum" ins Rampenlicht der Gleichzeitigkeit. Sie ist mal exhibitionistisch, mal voyeuristisch, dann wieder still und spricht fast nur noch in Auslasssungen. Geisers Sprache ist wie das Licht auf Caravaggios Bildern. Genial ist, was er so in ihnen sieht, kongenial jedoch, wie es dann wieder Sprache wird.

 

Samuel Moser, Süddeutsche Zeitung, 12. November 1987

 

 

Filmdokumentation zum Geheimen Fieber: Westdeutscher Rundfunk (Produktion: WDR, 1990),

Buch und Regie: Daniel Bittermann

Das Gefängnis der Wünsche

Roman

Zürich und Frauenfeld: Verlag Nagel & Kimche, 1992

Bei Ihrem Buchhändler oder bei amazon

 

 

 

Dass der Autor für dieses neue Buch im literarischen, biographischen, historischen Umfeld seiner beiden Protagonisten – Marquis de Sade und Goethe – eingehend recherchiert hat, ist eines und macht die Anschaulichkeit und authentische Präsenz seines Textes aus, ein anderes aber und das eigentlich Imponierende, wie das Rechierte seine Sache und ganz und gar Literatur geworden ist. ...

Kopfkino: Inszeniert – und das ist die glückliche perspektivische Erfindung – von einem dramatisch sprechenden und nur in diesem Sprechen auf intensivste Weise anwesenden Ich, das in einem permanenten antwortlos monologisierenden Dialog mit den Protagonisten steht. Nicht festzulegen in seiner nervös einfühlenden, voyeuristisch-obszönen, eindringlich-zudringlichen und wieder höhnisch wegzuckenden, vorsichtig fragenden, behutsam-fürsorglichen, ironisch-distanzierten Annäherung. Mit diesem Sprecher-Ich, seiner temporeichen, kunstvoll fragmentierten Sprache, gewinnt der Text eine fesselnde Unmittelbarkeit und fast bühnenhafte Präsenz. Und wenn er auf der einen Seite monoman gefangen wirkt, ist er auf der andern doch wunderbar lebendig: nirgendwo mechanische Kälte, überall die Wärme leidenschaftlich-obsessiver Auseinandersetzung.

 

Elisabeth Binder, Neue Zürcher Zeitung, 1992

Wunschangst

Erzählungen, mit vier Zeichnungen von Hannes Steinert

Hamburg: Männerschwarmskript Verlag, 1993

Bei Ihrem Buchhändler oder bei amazon

 

 

 

Das Buch kreist um erwünschte Angst, die Angst des Schwachen als Wunschkost des Starken: "Schon immer, musst du wissen, hatte ich Angst - Angst vor den Männern, den wortkargen Vätern, den Lehrern, ihrer Macht, ihrem Wissen ... ich... ein ängstliches Kind, aufgezogen von arglosen, sanften Frauen." So beginnt die Titelerzählung, zweifellos das Meisterstück dieser Sammlung, die sich aufschwingt zu einer Arie der Verzückung aus Angst vor demütigender Überwältigung durch eine nicht näher gekennzeichnete Männerfigur. ...

Ein "Glasperlenspiel mit schwarzen Seelen" nannte Thomas Mann seinen Doktor Faustus, als er ihn dem befreundeten Hermann Hesse widmete. Ein grausam geschwärztes Pendant zu Thomas Mann und seiner Helden ironischem Lechzen nach den "Wonnen der Gewöhnlichkeit" ist auch Christoph Geisers Wunschangst. In ihren besten Momenten steht diese Prosa derjenigen des Erfinders kompliziert liebender Bürger nicht nach. Nur von der erlösten Heiterkeit des Mannschen Alterswerks findet sich keine Spur.

 

Tilman Krause, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. März 1994

Kahn, Knaben, schnelle Fahrt

Eine Fantasie

Zürich und Frauenfeld: Verlag Nagel & Kimche, 1995

Bei Ihrem Buchhändler oder bei amazon

 

 

 

Der zufällige Blick auf ein Photo, das einen verloren wirkenden Vierzehnjährigen im Pyjama zeigt, hat bei dem Schweizer Autor Christoph Geiser eine ungeahnte sprachliche Emanation zur Folge. Mit der Frage, was denn dem Knaben zugestossen sei, lockt der mehr oder weniger autobiographische Erzähler aus dem Abstand mancher Jahrzehnte die einstigen Wünsche, Irrungen, Verzweiflungen noch einmal an, um sie in eine "Fantasie" zu giessen. Im imaginären Dialog mit dem Jungen, der er war, gelingt es dem reisenden Schriftsteller, als er in der neuen Wohnung der Mutter Station macht, sich die eigenen Erinnerungen wiederzuerwerben, und was das Wichtigste ist: eine authentische Ausdrucksform für sie zu finden.

 

 

Kathrin Hillgruber, Süddeutsche Zeitung, 21./22. Oktober 1995

Die Baumeister

Eine Fiktion

Zürich und Frauenfeld: Verlag Nagel & Kimche, 1998

Bei Ihrem Buchhändler oder bei amazon

 

 

 

Der Roman vollzieht an sich selbst, wovon er handelt, und zelebriert fortwährend die Selbstauflösung: er beschreibt nichts als Ruinen und ist selbst eine gigantische Ruine. Christoph Geiser breitet eine imaginäre Trümmerlandschaft vor den Lesern aus, die unablässig und pedantisch immer nur vom Scheitern erzählt – und zuletzt, wie könnte es anders sein, selber scheitert. Allerdings: es ist ein – ungeachtet aller Theatralik – grandioses Scheitern. Noch selten ist ein Autor so bewusst, mit so viel Berechnung ins Verderben gerannt – und hat doch der Sprache mehr abgerungen als mancher, der uns eine hübsche Geschichte zu erzählen weiss, die sich mühelos in ein paar Sätzen zusammenfassen liesse.

 

Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 1998

 

 

 

Über Wasser

Passagen

Zürich: Ammann Verlag, 2003

Erhältlich bei amazon

 

 

 

Auch wenn Christoph Geiser auf Reisen war, so ist doch der Bericht seines Erzählers auf gekonnte Weise eine Fortführung der Auseinandersetzung mit seinem Grundstoff – leitmotivisch umkreist der Erzähler die Spannung zwischen "Wahrheit" und Fiktion. Mag für ihn Ersteres auch per se inexistent sein, so gründet sein Existenzwille, seine Existenzberechtigung als Künstler auf der Fiktion, die es bis zur Verzweiflung mit allem Übermut zu verteidigen gilt.

Doch gerade dieser Übermut ist Christoph Geisers Schreiben noch nie so gut bekommen wie in Über Wasser. Als Passant kann sich der Erzähler seinen Gedanken-, Assoziations- und Spracheskapaden überlassen. Mit geradezu enthusiastischer Voreingenommenheit begegnet er dem Fremden und anderen im Unterwegs. Umso mehr erregt sich die Rede an der Selbstironie, am Witz und am Sprachspiel. Im Heterogenen und Sprunghaften zeigt sich: Christoph Geiser hat seine ganz eigenständige Schreibweise, seine sprachliche Musikalität, seine Rhythmisierung und artistische Sprunghaftigkeit weiterentwickelt und deren Nebenwirkung, das zum Teil Zwanghafte, überspannt Artifizielle, weitgehend zurückgelassen.

 

Sibylle Birrer, Neue Zürcher Zeitung, 28. Januar 2004

 

Rezension von Sibylle Birrer in der Neuen Zürcher Zeitung, 28. Januar 2004

Rezension von Detlef Grumbach für Deutschlandradio Kultur, 1. Oktober 2003

Grünsee / Brachland

Zwei Romane

Zürich: Ammann Verlag, 2006

Mit einem Nachwort von Heinrich Detering und CD-ROM zu den Werkmaterialien

Bei Ihrem Buchhändler oder bei gaybooks

 

 

 

Wer sich diesem „beunruhigend sanften Erzählen“ (Detering) ganz überlässt, der kann bei Christoph Geiser zuverlässig ein Literaturwunder mit Nachwirkungen erleben

 

Katrin Hillgruber, Der Tagesspiegel, 5. März 2006. 

 

 

Nun gibt der Ammann Verlag die gefeierten ersten beiden Romane von Christoph Geiser neu heraus. "Je länger man jemanden nicht gesehen hat", schreibt Geiser, "um so neugieriger ist man darauf, ob er gealtert hat." Dies gilt auch für Texte; doch Geisers Romane sind in ihrer  Wirkung nicht der berühmten Halbwertszeit zum Opfer gefallen. Im Gegenteil.

 

Sonja Osterwalder im bazkulturmagazin, 23. Februar 2006

 

 

Selten ist eine Bilanz des eigenen Herkommens so unaufgeregt, so wenig egoman dahergekommen. Es sind zwei Bücher, die in ihrer Frische nichts verloren haben. Im Gegenteil, heute gelesen, will sagen "nach den Utopien", bezeugen sie erst ganz die kunstvolle Kunstlosigkeit dieses Erzählers, der zweifellos zu den sorgfältigsten gehört, den die Schweizer Literatur zu bieten hat.

 

Tilman Krause im Tages-Anzeiger, 24. Mai 2006

 

 

Bei aller Verwicklung gelingt es Christoph Geiser auf höchst eigentümliche Weise, das Private mit dem Zeitgeschichtlichen zu  verbinden. Wenn er in "Brachland" wie nebenbei das Leben seines Grossvaters skizziert. lässt er für einen Moment die ganze NS-Vergangenheit der Schweiz aufscheinen, mit all den verdrängten Geschichten zwischen Kollaboration und Widerstand.

 

Nico Bleutge in der Süddeutschen Zeitung, 22. Juni 2006

 

 

Rezension von Sabine Doering in der  Frankfurter Allgemeinen, 1. Juni 2006

 

 

CD-ROM zu Christoph Geisers Grünsee und Brachland

 

Rückkehr zur Herkunft: Archivmaterialien zu Christoph Geisers Romanen Grünsee und Brachland, zusammengestellt und kommentiert von Michael Schläfli

Eine CD-ROM des Schweizerischen Literaturarchivs (SLA) der Schweizerischen Landesbibliothek (SLB)

 

Die CD-ROM zu Christoph Geisers Grünsee und Brachland dokumentiert die Entstehungsgeschichte der beiden Romane. In multimedialer Darstellung werden exemplarisch ausgewählte Archivmaterialien wie Notizen, Konzepte, Recherchematerialien und Typoskripte präsentiert, die einen aufschlussreichen Einblick in die Schaffensweise des Autors gewähren.

 

Mit der grosszügigen Unterstützung von:

Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr

Bundesamt für Kultur

Migros-Kulturprozent

Wenn der Mann im Mond erwacht

Ein Regelverstoss

Zürich: Ammann Verlag, 2008

Erhältlich bei amazon

 

 

 

Was geschieht, wenn nichts geschieht? Eingekreist von den Büchern seiner Bibliothek, versucht der Erzähler, seine schriftstellerische Existenz zu rechtfertigen. Doch kapituliert er angesichts seiner versandenden Geschichten in jenem Sommer, den die Terroranschläge vom 11. September abrupt beenden. Dieses Ereignis lässt ihn, den ehemals politisch Engagierten, erotisch Gestrandeten, ästhetisch Gegenläufigen, in die Desaster unseres Zeitalters und seiner eigenen Vergangenheit abtauchen. Der Ort all seiner Utopien ist Berlin zu jener Zeit, als ihm die Liebe plötzlich leicht schien, aber auch schon wieder vom Tode bedroht, als der langsame Abschied von der Idee eines existenzfähigen Sozialismus begann und damit die Einbunkerung in sich selbst.

 

Nach Die Baumeister und Über Wasser ist Wenn der Mann im Mond erwacht der dritte Band einer Trilogie des Scheiterns. Ein Text, der das Ende aller gesellschaftspolitischen Relevanz von Literatur reflektiert, ein Buch der Einsamkeit, der Einsamkeit dessen, der nicht mehr eingreifen und teilhaben kann, als wäre er auf dem Mond gelandet, auf Distanz gehalten von unsichtbaren Kräften und zum Zuschauen verdammt.

 

Michael Schläfli

 

 

 

Geiser nimmt seine Leser auch mit auf eine rasante Achter- oder Geisterbahnfahrt. Er führt – geistvoll und geistreich, gelegentlich kalauernd, oft abgründig, immer erzgescheit, gelegentlich locker parlierend, dann wieder fast fiebrig und immer die Leser direkt mit einbeziehend – in Museen, in Bücher, sogar noch vor den Fernseher.

 

Charles Cornu, Der Bund, 12. August 2008

 

 

Geisers Worte fliegen an, aber nicht in den Himmel, und auch seine Gedanken bleiben unten, am Schreibtisch der Erregung. Er ist «der Ort aller Lust». Hier «besteht» der Dichter «als Nachdenklicher». Er weiss: Kein Regelverstoss am Himmel kann den seinigen rechtfertigen. Im Gegenteil: Er stürzt auch diesen noch in den Abgrund und macht den Abstand zwischen Himmel und Erde nur noch deutlicher. Aber es ist dieser Abgrund, aus dem der Schriftsteller Christoph Geiser immer wieder erwacht.

 

Samuel Moser, Neue Zürcher Zeitung, 30. September 2008

 

 

Geiser hat in seinen Romanen gern abgerechnet, ohne sich selber zu schonen. Seine Literatur begann er als Feldzug gegen die Bürgerlichkeit. ... Mittlerweile ist Geiser fast sechzig geworden, die Utopien sind Vergangenheit, doch immer noch schaut er scharf in die Welt hinaus und in seine Bibliothek hinein und ist nicht sparsam mit seinen Kommentaren. ...

Im Mittelpunkt seiner Erregung steht der 11. September 2001. Wie er mit diesem Thema umgeht, mag stellenweise wie eine neubarocke Fantasterei anmuten. Doch diese "poetische Endlosschleife" ist weder exhibitionistisch noch zynisch, sondern der mutige Kraftakt eines hilflosen Einzelnen, der sich mit seinem Wissen und seiner Erfahrung dem unerhörten Ereignis stellt, um sich der totalen Resignation zu verweigern.

 

Paul L. Walser, WoZ, 2. Oktober 2008

 

 

Der Titel "Wenn der Mann im Mond erwacht" ankert in einer dunklen Innuit-Saga von der Deckungsgleichheit von Sonne und Mond und ist nach "Die Baumeister" und "Über Wasser" der dritte Teil einer "Trilogie des Scheiterns": Tragikomisch und letztlich lustvoll.

 

www.inforadio.de

 

 

Es ist unmöglich, sich dem Erzählen zu verweigern, selbst dann, wenn sämtliche Erzähltechniken ad absurdum geführt werden, findet noch Erzählen statt.

Und hier schließt die Legitimationskrise des Erzählers den Kreis zur Frage des Ereignisses: Denn was ist Geisers Erzählen anderes als ein Sich-Ereignen von Diskursen, so vehement und polemisch auch gegen dessen Regeln verstoßen werden soll? Und birgt sich darin nicht auch ein Erlösungsversprechen? Die Rettung aus der Bedeutungslosigkeit, die sich hinter der ereignislosen Diskurstotalität verbirgt, und somit die transzendente Überwindung der Welthaftigkeit per Dichtung?

 

Sarah Pogoda, literaturkritik.de Nr. 10, Oktober 2008

 

 

Ohne festen Grund schwebt der Leser auf dem Klangteppich der Worte, wird hin und hergewirbelt, spürt die Lust des Autors an seiner Arbeit, die einzige Rechtfertigung dieses Buchs vielleicht. Er spürt die Ironie, den Witz, ein Lachen der Verzweiflung, lacht selbst und verzweifelt, wenn er sich im Text verliert, sich dann doch wieder fragt, was das Ganze überhaupt soll.

 

Detlef Grumbach

 

 

Zentral ist für diesen skeptischen Romantiker die Frage, wie nach dem Ende der Utopien die Suche nach dem Absoluten - in der Kunst, in der Liebe, in der Politik - überhaupt noch möglich ist.

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2009

 

 

 

Er hat der allgemeinen Auflösung nichts entgegenzusetzen. In einer raffinierten Volte macht er aus der Not eine Tugend – er vollzieht die Auflösung mit. Seine Sätze durchsetzt er mit Ausrufen und Fragen, fällt sich ins Wort, meldet sich aus wechselnden Positionen als Ich, als Wir, als Du. Zahllose Konversationsfloskeln begleiten seine Rede. Diese Bruchstücke aus einem verloren gegangenen Zusammenhang sind indes die heimlichen Nothelfer der Dekonstruktion.

 

Rudolf Bussmann, NZZ am Sonntag, 22. Februar 2009

 

 

 

Hörprobe

 

 

 

Ein Blick ins literarische Archiv: Typoskript: Seite 174 a.) aus der der 2. Fassung von Wenn der Mann im Mond erwacht (pdf)

Der Angler des Zufalls

Schreibszenen

hrsg. von Michael Schläfli

Hamburg: Männerschwarm Verlag, 2009

Erhältlich bei gaybooks

 

 

 

Ein junger Mann, der sich im Zug nicht auf seine Arbeit konzentrieren kann, weil die Fenster zu Spiegeln werden, ein Schüler, der im Zeichenunterricht eingeschüchtert wird, bis ihm alle Perspektiven verrutschen, ein alternder Autor, der mitten in der Arbeit eine frohe Botschaft erhält: Wo immer wir sie antreffen, lassen sich Geisers Figuren wunderbar über die Schulter direkt ins kreative Handwerk blicken. Ob sie entheimatet in einem Kellerloch in New York zusammen mit einer Katze hausen, einen writer’s block beim Verfassen einer pornographischen Auftragserzählung erleiden oder plötzlich von einem Ameisenschwarm heimgesucht werden – wir sind hier Zeugen von Momenten, in denen Leben und Schreiben in eins fallen und Texte entstehen. 

In diesen Schreibszenen geschieht Bewegendes, Alltägliches und Kurioses, aber zugleich widerspiegeln sie eine engagierte Geisteshaltung und eine ausgereifte Kunstauffassung – das Fazit einer Schriftstellerexistenz. Geiser schreibt vor- und klarsichtig, indem er sich vom "Trümmerfeld der Bürgerlichkeit" zum Schreibtisch zurückzieht: Dort heben wir dank seiner sprachlichen Virtuosität mit ihm ab.

 

 

 

Zum 60. Geburtstag von Christoph Geiser hat Michael Schläfli unpublizierte Erzählungen mit bereits veröffentlichen Reden und Essays zusammengestellt, die einen ungewöhnlichen und unterhaltsamen Einblick in das Schaffen des Schweizer Autors erlauben.

Literatur dürfe unanständig sein und sie müsse Grenzen verletzen, lautet ein zentraler Bekenntnissatz dieser Sammlung. Auch die Grenzen zwischen den Künsten verschwimmen dabei, Malerei, Musik und Literatur bilden das Fundament einer radikal ästhetischen Weltsicht...

 

Sabine Doering, FAZ, 28. September 2009

 

 

Wie die die Angst vertreibende Kraft der Sprache sich zunehmend Geltung verschafft und an Eigenart gewinnt, das lässt sich aus der Reihenfolge der vorliegenden Texte ablesen. Geiser, ohnehin kein Autor behauptender Sätze, schreibt anfangs (sieht man von den frühen – wenigen! – Gedichten ab) beinahe stockend, zögerlich, bewusst Verzögerungen in die Satzabläufe einbauend. Mit der Zeit gewinnt die Sprache einen anderen, spezifischen Rhythmus, sie drängt vorwärts, zieht mit. Dafür häufen sich auffällig die Fragesätze, die Fragezeichen. Simple Gewissheiten, die gibt es bei Geiser nie und nirgends.

 

Charles Cornu, Der Bund, 7. September 2009

 

 

Ob Wiepersdorf oder New York City - es bleibt sich überall für Christoph Geiser gleich: Schreiben ist Leben. Und auch das Schreiben mit den neuen elektronischen Instrumenten stellt er dar als verflixt faszinierende Weltaneignung.

 

Tilman Krause, Die Welt, 12. September 2009

 

 

Geiser ist zwar kein Mann der allzu direkten, dafür der ungeheuerlich mächtigen Worte. Kaum ein anderer zeitgenössischer Schweizer vermag derart radikal und souverän, klangvoll und poetisch mit Sprache umzugehen wie Christoph Geiser. Für ihn ist das Schreiben Lebensnotwendigkeit, täglicher Kampf um Worte und Bewältigung der eigenen Geschichte in einem.

 

Axel Schock, Display, September 2009

 

 

Wer sich von den Wortverdrehungen in Geisers letztem Roman hat abschrecken lassen, sollte ihm noch eine Chance geben, das Buch zu Ehren seines 60. ist nicht nur lesbar, sondern wirklich toll. In der Sammlung von veröffentlichten und unveröffentlichten Szenen lässt Geiser wissen, wie, worüber und warum er schreibt. „Nur wenn ich schreibe, habe ich keine Angst.“ Es geht um Poesie und Politik – und um junge Männer. Immer wieder taucht das verbotene Begehren auf, in zarten Andeutungen, dann in pornografischen Bildern, und verschwindet verstohlen nach zwei Sätzen. Der aus Angst geborene Zwang zu schreiben und wohl auch die Sublimation haben ihn eine ungeheure Sprachmacht entwickeln lassen. Sie lassen ihn Sätze schreiben, die so schön sind und so gut gebaut, dass man sie laut singen will.

 

Stefan Mey, Männer, August 2009

 

 

Der Angler des Zufalls trägt Texte zusammen, die die Emanzipation des Autors von der Sprache und zugleich die Befreiung der Sprache vom Autor dokumentieren. Am Ende der Lektüre glaubt man begriffen zu haben, dass eine befreite Sprache nicht nur die Möglichkeiten erweitert, Fantasien mitzuteilen, sondern dass die befreite Sprache selbst Fantasie besitzt. Die Verselbständigung von Sprachspielen ist auch ein Produkt zügellosen Fantasierens der Sprache, nicht nur ein Produkt der zügellosen Fantasie des Autors.

  

Sarah Pogoda, literaturkritik.de, September 2009

 

 

Keine Melancholie, die nicht durch den jeder Schreibszene eigenen Humor wieder aufgehoben würde, kein Scheitern der Liebes- oder Lebensgeschichte, das nicht ein „Anfang" wäre für die Sprache. Wo die Autoren zum Ende kommen, setzt der Schriftsteller wieder einen Beginn.

 

Boris Gibhardt, Siegessäule, Januar 2010

 

 

Schöne Bescherung

Kein Familienroman

Zürich: Offizin Verlag, 2013

 

 

 

"Du musst dein Leben ändern!", sagt nicht nur der Philosoph, sondern auch der Hausarzt – wie plötzlich mit ausgestrecktem Zeigefinger aus der Tapetentür getreten. Nicht mehr rauchen, nicht mehr trinken – nicht mehr essen? Nichts mehr schreiben? Der namenlose Protagonist, Geisers Alter Ego, wird beim Tod der eigenen Mutter nun, da er jenseits der sechzig ist, mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert und sinniert bei seinen Streifzügen durch Berlin, Basel, im Park einer Schweizer Schlossklinik und in Paris über das menschliche Dasein und über die eigene Endlichkeit. Als Folge seiner Todespanik begibt er sich ins nahegelegene Fitness-Center, um sich dort gesund zu strampeln. Diese kommerzielle Wohlfühloase ist nur eine Station in seinem Bestreben, der Versehrung äusserlich und innerlich zu trotzen. Im Schattenreich der teuren Klinik gerät der Einsame inmitten der kränkelnden Insassen unversehens an die Ränder des menschlichen Daseins. Wohin gehen die Toten? Eine Reise nach Paris schliesslich führt ihn unter anderem in den Louvre zu einer ägyptischen Kalksteinfigur, die ihm eine andere Sicht des Jenseits offenbart.

 

Christoph Geiser setzt bei der grossbürgerlichen Familiengeschichte aus seinen beiden frühen Romanen "Grünsee" und "Brachland" ein. Ins Alter seiner Eltern gerückt, erzählt er nun von den heutigen Unorten, an denen sich mehr oder minder rüstige Senioren, mit verzweifeltem Optimismus und in Begleitung der Pharmaindustrie, der Vergänglichkeit zu entziehen versuchen. Das bestimmt den barocken und zugleich zeitkritischen Tenor dieses modernen Totentanzes.

 

 

"Jetzt darf aber gewissermassen von einer kleinen literarischen Wiederauferstehung berichtet werden...  Selbstironisch und von wachsender heiterer Verzweiflung angetrieben ist dieses Selbstporträt des Dichters als 'rüstiger Jung-Senior'."

 

Alexander Sury im Bund, 18. September 2013

 

 

"So ist Schöne Bescherung das Zeugnis einer Selbstbehauptung in der hehren Kunst ebenso wie im schnöden Alltag. 
«Und wir gäben Ruhe endlich?» schliesst das Buch. Bewahre, jetzt wo wir so schön beim Lesen sind."

 

Beat Mazenauer in viceversaliteratur.ch

 

 

"Und doch durchzieht eine tiefe Heiterkeit diesen Berlin-Roman, der seine vergnügliche Leichtigkeit vor allem den ständigen Sprüngen ins Fantastisch-Geisterhafte verdankt: dort werden die Probleme zwar nicht kleiner – aber luftiger."

 

Nicole Henneberg im Tagesspiegel

 

 

"Vergänglichkeit, Tote im Traum, Begierde nach zu jungen Männern, Heimsuchung durch abgeschiedene Vorfahren: Dieses Gebiet formt die einzig durchgehende Achse im unkontrollierbaren Sprachfluss. Eine Konstante, die straucheln lässt."

 

Valentin Kimstedt in der Tages Woche

 

 

"Es ist diese bunte, sich über viele Konventionen hinweg setzende und bisweilen den Leser vergessende Sprachgewalt, die diesen Roman herausragend macht."

 

Felix Münger, SRF Schweizer Radio und Fernsehen

Biographie

Vietnam 1974Berlin, Foto: Maja GwalterWiepersdorf, Foto: Otto Marchi

 

Geboren am 3.8.1949 in Basel; Matura am Humanistischen Gymnasium; abgebrochenes Soziologie-Studium; journalistische Tätigkeit. Seit 1978 freiberuflicher Schriftsteller. Lebt in Bern und Berlin.

 

Auslandsaufenthalte:

Herbst 1974 Vietnamreise; 1980 als German-Writer-in-Residence am Oberlin College, Ohio/USA; 1982 anlässlich der Writers’ Week in Adelaide Lesereise durch Australien; 1983/84 mit einem DAAD-Stipendium Gast des Berliner Künstlerprogramms in Berlin; 1990 als Stipendiat der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr in London; 1991/92 mit einem Stipendium des Kantons Bern Resident an der Cité Internationale des Arts in Paris; 1999 mit einem Stipendium der Stadt Bern sechs Monate in New York; 2000 während sechs Monaten Stadtschreiber in Dresden; 2004 drei Monate Gast im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf.

 

Werkbeiträge der Schweizer Kulturstiftung PRO HELVETIA; diverse Buchpreise von Stadt und Kanton Bern sowie der Schweizerischen Schillerstiftung; 1983 Kunstpreis des Lions Club Basel, 1984 Basler Literaturpreis, 1992 Literaturpreis der Stadt Bern für das Gesamtwerk,   Literaturpreis des Kantons Bern 2004 und 2009, Weiterschreiben-Stipendium der Stadt Bern, 2012.

 

 

Mitglied des Verbandes Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS), des Berner Schriftstellervereins, des Deutschschweizer PEN-Zentrums sowie korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.

 

 

Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds: Anfangen zu schreiben

 

Dass der Anfang eines Textes nicht die Stelle sein muss, an der das Schreiben einst angefangen hat, bestätigen schon flüchtige Einblicke in die Archive der modernen Literatur. Und umgekehrt beginnt das konkrete Schreiben selbst meistens viele Male, im gleichen Text oder in einem jeweils neuen. Dieses Spannungsverhältnis von Textanfang und Schreibenanfangen untersucht der von Hubert Thüring, Corinna Jäger-Trees und Michael Schläfli herausgegebene Sammelband in den Archiven von Autoren des 20. Jahrhunderts, u.a. Hermann Burger, Elias Canetti, Friedrich Dürrenmatt, Christoph Geiser, Friedrich Glauser, Hermann Hesse, Robert Walser, Otto F. Walter. Der Sammelband resultierte aus dem Projekt Textgenese und Schreibprozess des Schweizerischen Nationalfonds.

 

 

Hubert Thüring, Corinna Jäger-Trees, Michael Schläfli, Hrsg.: Anfangen zu schreiben. Ein kardinales Moment von Textgenese und Schreibprozess im literarischen Archiv des 20. Jahrhunderts, 2009, 345 S., ISBN: 978-3-7705-4733-3.

Links

Texte von Christoph Geiser online

"Der Passagier". Leseprobe aus Über Wasser. Passagen, Ammann 2003.

"Das falsche Inseli" Ein Abschied". Vortrag an der Jahrestagung der Robert-Walser-Gesellschaft, Thun 2005.

 

 

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Verlagsinformationen

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Männerschwarm

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Kunst und Wissenschaft

Auswahlbibliographie zu Christoph Geiser

Textgenese und Schreibprozess, ein vom Schweizerischen Nationalfonds gefördertes Projekt

zu Friedrich Glauser und Christoph Geiser am Schweizerischen Literaturarchiv

Autorinnen und Autoren der Schweiz

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Literaturport, ein gemeinsames Vorhaben des Brandenburgischen Literaturbüros und des Literarischen Colloquiums Berlin

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt

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